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 Sanitätsflug

Hilfe aus der Luft

wieder einmal ist der Flugplatz Mainz im Gespräch, und wieder sind es positive Ereignisse, über die zu berichten sich lohnt. Am Abend des 19. August landete eine Piper Cheyenne PA 42 mit einem Patienten, der zur lebensnotwendigen Behandlung in die Universitätsklinik nach Mainz überführt werden mußte. Seine Anreise war lang: immerhin kam das Flugzeug aus Catania. Ein Ärzteteam befand sich an Bord, um den Patienten zu stabilisieren.
Aber nicht nur die Patienten, sondern häufiger sind es Organe, die von und nach Mainz transportiert werden.
Der Ablauf in Mainz sieht dazu folgendermaßen aus: Da es immer aktuelle Ereignisse sind, kann ein Noteinsatz rund um die Uhr eingehen, meistens jedoch nachts. Eurotransplant meldet ein zu transportierendes Organ und ein fachlich qualifitziertes Luftfahrtunternehmen organisiert den Flug, der immer mit Ärzten an Bord erfolgt. Der Flugplatz in Mainz muß dann gefragt werden, ob er bereit ist, die Landebahn zu außergewöhnlichen Zeiten zu öffnen. Das wurde bisher immer realisiert und alles Erdenkliche in die Wege geleitet, damit lebensrettende  Abläufe erleichert werden. Das Flugzeug startet dann mit Ärzteteam am Abflugort und meldet sich kurz vor Erreichen des Mainzer Flugplatzes. In der Zwischenzeit wurde der Flugleiter, der zu diesen Zeiten meist ehrenamtlich tätig ist, alarmiert. Er muß dafür sorgen, daß jetzt nachts der Flugplatz geöffnet wird und die erforderliche Infrastruktur, wie Towerfunktionalität, Funk, Start-/Landebahnbefeuerung, Rettungsfahrzeuge, etc. funktionfähig sind, denn der Flugplatz in Mainz muß auch dann genauso sicher sein, wie am Tag. Der Flugleiter kündigt den Piloten die anzufliegende Landebahn an -wobei immer darauf geachtet wird, daß ein lärmarmes An- und Abflugverfahren praktiziert wird- und bespricht mit den zwischenzeitlich eingetroffenen Rettungsfahrzeugen die nächtliche Zufahrt zum Flugzeug. Kurz vor der Landung erhält der anfliegende Pilot vom Flugleiter die letzten Wetterinformationen und die Windrichtung. Ist das Flugzeug gelandet, müssen die flugsicherungsspezifischen Informationen weitergeleitet werden.
Mit der Übergabe des Patienten oder der Organe fahren die mitgeflogenen Ärzte mit Blaulicht in die Klinik und sorgen für die medizinisch korrekte Übergabe. Danach kommen sie zurück und werden an den jeweiligen Abflugort zurück gebracht. Zwischen Ankunft und Abflug kann es dann schon zu längerer Wartezeit für kommen. Vor dem Abflug müssen die Piloten beim Flugleiter ihre Flugpläne aufgeben, holen sich die Wetterberatung und erhalten von der Flugsicherung flugspezifische Meldepunkte und Routen, sowie Meldecodes und Funkfrequenzen.
Mit dem Abflug des Flugzeugs auf der beleuchteten Bahn endet der Teil der Rettungsaktion, in die der Mainzer Flugplatz eingebunden war.
Unmerklich für die Mainzer Bevölkerung wurde wieder ein Leben gerettet. Viele Menschen arbeiten dafür - auch die Menschen auf dem Flugplatz in Mainz.
SvH
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