| "Wenn man die begeisterten Berichte von Segelfliegern liest, die zum ersten Mal ihnen bisher unerschlossene Möglichkeiten des Segelfluges erkunden konnten, so spricht aus ihrer Freude noch eine Hingabe an die Romantik des Segelfluges." Mit diesem Zitat beschrieb der „Vater der Segelflieger" Prof. Walter Georgii 1967 den Wellensegelflug an Mittelgebirgen. Und mir bot sich am Samstag, den 5. Februar 2011, die Gelegenheit, genau diese Romantik des Fliegens am nahegelegenen Pfälzer Wald auszuprobieren. Nun kurz zur Vorgeschichte. Bereits ab Dienstag gingen bei mir regelmäßig Wettervorwarnungen ein, es könnte am Wochenende eine Welle geben. Ich war jedoch zunächst skeptisch, war mein letzter Wellenflugversuch im Herbst doch durch die Thermik zerstört worden. Jedoch zeigte sich am Freitag, dass es ein windiges Wochenende werden sollte. Ein kräftiges Tief im Norden und ein großes Hoch im Süden, und wir mittendrin in der sehr starken Westströmung. Also eine ideale Wetterlage für eine kräftige Welle am Pfälzer Wald. Folglich stand ich Samstag morgen um sechs Uhr auf, um den Discus anzuhängen und nach Dannstadt zu fahren. Nach dem Schlepp auf 700m ging es ohne einzukreisen durch die für mich als Wellenflugneuling sehr turbulenten und gewöhnungsbedürftigen Rotoren durch. In so einem Rotor sind Geschwindigkeitsschwankungen von 40km/h keine Seltenheit. Erfahrene Piloten empfahlen mir, direkt in die Föhnlücke zu fliegen. Es wurde etwas von traumhaften Steigwerten berichtet. Nachdem ich das Rotorband durchflogen hatte und in der Föhnlücke ankam, ging das Vario an den oberen Anschlag, und ich bekam ein Grinsen im Gesicht, was mich die nächsten Stunden begleiten sollte. Man muss sich das einmal so vorstellen, man fliegt immer geradeaus, ohne jegliche Turbulenz und steigt einfach den Wolken weg.
Danach ging eigentlich alles ganz einfach, langsam Steigen und immer die Föhnlücke hin und her fliegen.
In 3000m angekommen bot sich mir ein traumhafter Ausblick, bis an den Horizont eine weiße Wolkendecke. Leider durfte ich nicht höher. Einige Piloten mit Transponder bekamen sagenhafte Freigaben bis auf FL240 und erreichten die 7000m am Rhein. Aber eigentlich war ich auch so schon sehr zufrieden, Steigwerte bis zu 5m/s, 3000m Höhe und eine Flugzeit von 5h, das alles im Februar und es war nicht einmal wirklich kalt. In 3000m hatte es gerade einmal -4°C, ein Wert, der dank dicker Bekleidung absolut auszuhalten war. 
Nachdem ich nun so den ganzen Tag die Primär- und Sekundärwelle hin und her geflogen waren, standen irgendwann 323km auf dem Logger, und das, obwohl die Saison noch nicht einmal angefangen hatte. Jedoch war es nun bereits 17 Uhr und der Abstieg stand an, um noch vor Sunset zu landen. Es tat weh, mit Bremsklappen die 2m Steigen zu verlassen, denn die Welle ging immer noch sehr zuverlässig.
Entschädigt wurde ich jedoch durch die wunderbaren Wolken, die durch die tief stehende Sonne in einem sanften Goldton erschienen. 
Zudem zeigte sich noch eine wunderbare Reflektion auf meiner Tragfläche, meiner Meinung nach das Bild dieses Tages. 
Nachdem ich die Welle verlassen hatte, versuchte ich noch mit einer Hand durch die turbulenten Rotoren fliegend, mit der anderen Hand fotografierend, den Dannstädter Platz auf Bild zu bannen, was mir schließlich auch gelang. Schlussendlich landete ich rundum glücklich, um sehr tolle Impressionen und Erfahrungen reicher, kurz vor Sonnenuntergang. Weitere Bilder finden sich unter: https://picasaweb.google.com/106012695550459753383/Welle52?authkey=Gv1sRgCObwqvy6_62WoAE#. Der Flug findet sich im OLC unter: http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=1611266. Nils Ulrich
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