Im Sommer 2009 hatten alle segelfliegenden Mitglieder des Luftfahrtverein Mainz die Möglichkeit drei Wochen am Stück zu fliegen. Das hat es in dieser Form noch nicht gegeben. Sommerlager in Mainz
In der ersten Woche hatten wir unsere Fliegerfreunde aus Pirmasens zu Gast in Mainz. Organisiert wurde dies von Helmut.
Wir hatten den Pirmasensern phänomenale Starts an der Elektrowinde, mit der man sehr preisgünstig Höhen wie im F-Schlepp erreichen kann und nahe Airliner versprochen. Gelockt hatten wir sie mit der Aussage: „In Mainz regnet's nie!" Beim Eröffnungsbriefing prasselte der Regen gemütlich ans Fenster.... - das war dann auch die letzte Feuchtigkeit für den Rest der Woche. Die Pirmasenser brachten ihre F-Schleppmaschine und 7 Segelflugzeuge mit. Schon am ersten Tag waren die Pirmasenser Segelflieger von den Leistungen unserer Winde begeistert und überzeugt. Entspannend war für sie die Weite des Mainzer Flugplatzes, wo Motor- und Segelflugbetrieb gleichzeitig, nebeneinander ohne größere Einschränkungen möglich sind. Leider hatten wir immer Westwind, so dass nur an einem halben Tag die großen Airliner über dem Platz zu sehen waren. Dies ließ durch die großzügigen Freigaben der Segelflugsektoren leicht verschmerzen. So nutzten wir die guten Wetterlagen für gemeinsame Streckenflüge. Es wurden 19 Streckenflüge bis zu einer Größe von 550 km geflogen, insgesamt kamen so 7303 km zusammen.
Johns reichhaltiges Frühstück sorgte für einen guten Start in den Tag. Die Verpflegung am Abend erfolgte in Restaurants in der Umgebung, wobei legendär der Besuch eines XXL Restaurants durch die eher jugendlichen Teilnehmer war, die etwas älteren Semester zogen den Besuch einer Straußwirtschaft vor. Auch bei Außenlandungen gibt es immer wieder kulinarische Highlights, zum Beispiel in Horschbach/Glantal der Gasthof „Zum Alten Keiler" zu entdecken. Gerüchteweise wurden von den Pirmasensern hohe Summen für den Erwerb des kultigen Mainzer Duschwagens geboten. Gelungener Abschluss des unfallfreien Lagers, mit 300 Windenstarts und 50 Flugzeugschleppstarts, war das große Spießbratenessen, frisch von Helmut aus Idar-Oberstein eingeflogen.
Fliegerlager in Gammelsdorf
Am Wochenende danach zogen ca. 20 Piloten aus Mainz mit 5 Segelflugzeugen ins niederbayrische Gammelsdorf zur LSV Albatros. 
Angekommen an dem sehr natürlichen, ruhigen Flugplatz (ohne Motorflug und Airliner) mit Nord Süd Ausrichtung, fragten sich viele, wo man dort landen könne. Denn die Besonderheit des Platzes ist eine tiefe Kuhle in der Mitte. Bereits am ersten Tag erklärten uns die Gammelsdorfer Fluglehrer, die spezielle Landetechnik auf ihrem Platz. Gestartet wurde in eine Richtung und gelandet entgegen dieser Richtung in der Kuhle. Zu kurz landen bedeutet Arbeit für die Rückholer, da der Schwung dann nicht bis zum Startplatz ausreicht. Zu lang landen bedeutete Abgang über eine höhere Kante, was dem Flugzeug sicher nicht gut bekommen wäre. Mit dem DUO, mit dem die Einweisungsflüge erfolgten war das eine echte Herausforderung für unsere meist jugendlichen Schüler und Piloten.
Neu war für unsere Windenfahrer die Benzinwinde mit eigenwilligen Stahlseilen und sehr gutem Motorsound, wo sie das ursprüngliche Feeling des Windefahrens mit Vibrationen, dreckigen Fingern und Benzinduft erleben konnten.
Familiäre Atmosphäre, u.a. durch Lego bauen am Start, bekam das Lager durch die Ankunft unseres Fluglehrers Uwe Mewald, mit seiner Frau Alli und den beiden Kindern Nick und Mika, die von den gastfreundlichen Gammelsdorfern Fliegerkameraden liebevoll die Mainzelmännchen genannt wurden. Gemeinsam absolvierten wir viele schöne Flüge über Niederbayern, die uns über das Donautal zum Bayerischen Wald (der ganz schön hoch ist), in die Oberpfalz und auf die schwäbische Alb führten. Insgesamt flogen wir mit 165 Starts, ca. 100h und 3426 km. Für die Anfängerschulung konnten wir die ASK 21 der LSV Albatros nutzen. Großen Zuspruch fand das nostalgische Fliegen, wie damals mit der Cabrio Ka8.
Ein nicht genannter Schüler wollte die ASK 23 gegen unseren DUO oder die LS 8 eintauschen, was verhindert werden konnte. Im Prinzip war jeder Tag fliegbar, an einem Tag wurde jedoch ein Ruhetag eingelegt, der dazu genutzt wurde, die Therme Erding mit ihrer super Rutschenlandschaft ausgiebigst zu testen. Es waren keine Verluste zu beklagen.
Wechselnde Teams sorgten für ein reichhaltiges Frühstück. Das von den Bernhard Lang zu einem super Preis-Leistungsverhältnis bei einem Caterer organisierte Abendessen war reichhaltig und von guter Qualität, typisch Bayern halt. Reste überlebten den Mittagsimbiss des nächsten Tages nicht. Reisen bildet, so wurden wir trotz Sprachschwierigkeiten in die Eigenheiten eines bayerischen Biergartens einführt. Insbesondere Faye war sehr beeindruckt. Höhepunkt war ein gemeinsames Bergfest beider Vereine, an dem ein ganzes Schwein gegrillt wurde. Hierzu musste der Grill ab 9:00 Uhr morgens in Betrieb sein und überwacht werden.
Auf dem anspruchsvollen Platz lernten wir hangaufwärts zu landen sowie mit Rücken- und Seitenwind umzugehen. Für Außenlandungen, auch in schwierigem Gelände müssten jetzt alle Teilnehmer gut gerüstet sein. Wir wurden gastfreundlich aufgenommen, der gemeinsame Flugbetrieb lief dank gemeinsamer Werte und Sicherheitsempfinden schnell und problemlos. Fränzi und Erich Heimerl waren die guten Seelen am Platz und unterstützen uns nach Kräften.
Eine Diashow mit Bildern des Sommerlagers 2009 in Gammelsdorf ist unter folgendem Link zu finden http://www.vimeo.com/6138700 (Passwort: d-2502) In den drei Wochen des unfallfreies Sommerlager war, mit tollen Flügen, tollen Eindrücken, lieben neuen und alten Bekannten der alte Rhöngeist deutlich zu spüren. Ein „Herzliches Dankeschön" gilt den Segelfliegern aus Pirmasens und Gammelsdorf für ihr Engagement, ihre Unterstützung und ihre Gastfreundlichkeit. Wir werden uns wiedersehen!!! Roswitha Ulrich Zeitungsbericht über das Fliegerlager in Gammelsdorf
In der Moosburger Zeitung wurde ebenfalls über das Fliegerlager in Gammelsdorf berichtet. Der Artikel kann mit einem Klick auf das Bild heruntergeladen werden.
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