Wie das bei solchen Trainings üblich ist, bestimmt das Wetter den Lehrplan. Am Sonntag fand für die mitgereisten Kinder ein Briefing statt, wo sie Erika, ihre Betreuerin, kennenlernten und Wünsche zur Gestaltung der Woche äußern konnten.  Kinderbriefing
Den Nachmittag haben wir mit einem Besuch des Barfußpfades in Bad Sobernheim abgeschlossen. Für viele und auch für mich eine neue Form der Körpererfahrung. Am 13. war das Wetter endlich fliegbar, und ich hatte das Glück im DG 1001 T Demonstrator mit Bernd Schwehm als Trainer einen 2-stündigen Erkundungsflug machen zu dürfen. Tolle Sache, wenn man zum Fahrwerk ein- oder ausfahren nur ein Knöpfchen drücken muss. Das klappt auch im F-Schlepp kurz nach dem Abheben. Was für einen Mainzer auch eine neue Erfahrung war, Thermikkreisen über dem Platz in 1700 m MSL.  Am Start
Einen Tag später war das Ziel schon etwas weiter gesteckt. 300 Km sollten es werden. Ich bin schon nach 10 Km in Kirn aussengelandet, Nils und Alexander sowie ihr Trainer Johannes haben es immerhin bis Birkenfeld geschafft. Da „zufällig" vorbeifahrende Autofahrer einen Flugzeugabsturz (von drei Segelfliegern) vermuteten, waren die drei schnell von Polizei und Feuerwehr umringt. Nachdem die Personalien aufgenommen und die Rückholer eingetroffen waren, konnten die Flugzeuge schnell eingepackt und nach Hause verbracht werden. Ich selbst habe mich in Kirn mit der Winde schleppen lassen und habe dann noch 2h in der Luft verbracht. Insgesamt 83 Km war die Ausbeute für mich. Was bei einer solchen Veranstaltung wie auch in jedem Segelfluglager nicht vergessen werden darf, ist die Versorgung. Die Bad Sobernheimer Luftsportgruppe hat uns hier in bester Manier versorgt und auch mit Eigenkreationen (der „Domburger") für unser leibliches Wohl gesorgt. Für Donnerstag waren die Tagesaufgaben wir folgt gestellt: Bad Sobernheim - Saarlouis - Bad Bergzabern - Bad Sobernheim (300 Km) bzw. Bad Sobernheim - Landau - Saarschleife - Ailertchen - Bad Sobernheim (400 Km). Hoch gesteckte Ziele, aber ich wollte nicht schon wieder nach 10 Km aussenlanden. 300 Km, so weit und vor allem so lang bin ich noch nie alleine geflogen. Für Alexander und Nils schon fast Routine. Für mich war die Anspannung groß und mir kam ein Vortrag zu gute, den Bernhard Haupert noch am Vormittag über Nahrungs- und Flüssigkeitaufnahme sowie Entsorgung gehalten hatte. Die regelmäßige Umsetzung von Bernhards Worten liess mich den Flug entspannt geniessen. Nachdem wir (Charly unser Cheftrainer, Max aus Nastätten und ich) uns über dem Klärwerk bei Bad Sobernheim gefunden hatten, ging es erstmal Richtung Pferdsfeld und von dort weiter Richtung Idar Oberstein. Nachdem Charly den Status der Segeflugsektoren geklärt hatte, flogen wir am Hahn vorbei Richtung Nonnweiler. Hier tankten wir nach einem langen Geradeausflug wieder Höhe und weiter ging es nach Saarlouis. Dann wieder Höhe tanken über Dillingen und in Saarlouis zog uns die beste Wolke des Tages auf 2000 m MSL.  Bei Bexbach
Von hier ging es weiter Richtung Bexbach, wo wir über dem Kraftwerk bis auf 1600 m kreisten. Dann ging es an Ramstein und Zweibrücken vorbei nach Pirmasens. Die Militärplätze sind auch aus 10 Km Entfernung noch beeindruckend groß. Über Pirmasens tankten wir wieder, damit wir mit ausreichender Höhe über den Pfälzer Wald fliegen konnten. Über dem Pfälzer Wald schaffte ich es gerade 1400 m zu halten und ich merkte daran, dass ich die Thermik nicht mehr sauber zentrieren konnte, wie anstrengend der Flug bisher für mich war. Charly und Max waren 10 Km vor mir und ich freundete mich langsam mit dem Gedanken an, meinen bisher längsten Flug in Landau zu beenden. Der Endanflugrechner war bereits programmiert und mit ausreichender Höhe flog ich Richtung Landau, wo ich in 600 m über dem Platz wieder Thermik fand und mich entschloss, den Flug doch noch nicht zu beenden. Östlich des Pfälzer Waldes war alles weitestgehend blau, sodaß mir die Thermiksuche äußert schwer fiel. In Lachen Speyerdorf endete mein bisher längster Flug nach 238 Km und ich war zwar erschöpft, aber stolz wie Oskar, dass ich soweit gekommen bin. Ein Anruf in Bad Sobernheim und meine Heimkehrhilfe Bruno machte sich mit der FK-9 auf den Weg zu mir. Um halb acht landete ich in EDRS nach einem aufregenden Tag, dessen Ereignisse mich auch die Nacht noch beschäftigten. Die Auswertung am Abend ergab zweimal 400 Km und 9-mal 300 Km und 13-mal zufriedene Gesichter.  Gruppenfoto
Am letzten Tag war wieder schlechtes Wetter angesagt, so daß der Lehrgang so endet wie er begonnen hat. Fazit: Alexander, Nils und mir hat es riesigen Spass gemacht, wir haben viel gelernt und ich weiss jetzt, das ein 300er drin ist. Tobi und den Kindern hat die Zeit zusammen mit Erika ebenfalls riesigen Spass gemacht und die Zeit war viel zu kurz, wovon die vereinzelt geflossenen Tränchen beim Abschied zeugen. Dr. Thomas Heine
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